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Die astigmatische Wirkung von Linsen war bereits in der Maya- Kultur und bei den Griechen bekannt und wurde von geistlichen Gelehrten zur Verwirrung der einfachen Bevölkerung benutzt. Beim "Orakel von Delphi" sollen die Priester bereits Lochkameras benutzt haben, die durch das Zwischenschalten von Wasser Zerrbilder erzeugten.
Astigmatismus ist eine (Brenn-) punktlosigkeit / Stabsichtigkeit infolge nicht rotationssymmetrischer Brechkraft von Hornhaut oder Linse. Dies bedeutet, daß die Linse auf ihrer Oberfläche unterschiedliche Radien (Krümmungen) aufweist.
Im Brennpunkt treffen sich alle Strahlen, die durch die Linse gegangen sind. Hinter dem Brennpunkt gehen die Strahlen wieder auseinander und bilden ein seitenverkehrtes und kopfstehendes Bild auf der Rückseite des Augapfels.
Die astigmatische Wirkung von Linsen war bereits in der Maya- Kultur und bei den Griechen bekannt und wurde von geistlichen Gelehrten zur Verwirrung der einfachen Bevölkerung benutzt. Beim "Orakel von Delphi" sollen die Priester bereits Lochkameras benutzt haben, die durch das Zwischenschalten von Wasser Zerrbilder erzeugten.
Beim Auftreten von Astigmatismus treffen sich die Strahlen nicht in EINEM, sondern in mehreren Brennpunkten, bedingt durch die unterschiedliche Krümmung der Linsenoberfläche.
Es kann nur immer in einem Brennpunkt "scharf gestellt" werden - dadurch erscheint das Bild insgesamt unscharf. Durch Zusammenkneifen der Augen (was bei einer Fotokamera dem Abblenden enspricht) kann die Tiefenschärfe und damit der Schärfebereich vergrößert werden. Gleichzeitig nimmt die Menge des durchgelassenen Lichtes ab, das Bild wird dunkler.
Die unterschiedlichen Brennweiten der Linse werden mit einer Brille mit "Zylindergläsern" ausgeglichen.
Die ersten anastigmatischen Linsen - d. h. Linsen mit wirklich exakter Brennpunktgleichheit - wurden vor ca. 80 Jahren von der Fa. Leica produziert. Diese Linsen mit parabelförmigem Querschnitt vermeiden den Fehler, sind aber in hoher optischer Qualität auch heute noch nur sehr teuer zu fertigen.
Die billigeren Linsen (mit Kugelförmiger Oberfläche) erzeugen ein scharfes Kernbild, das durch ein unscharfes Bild überlagert wird. Diese Unschärfe wird bei Weichzeichnerobjektiven absichtlich verwendet.
Dieses Modell dient der Veranschaulichung des Astigmatismus; es ist (vor allem im Bereich des Bildoriginals) technisch nicht ganz korrekt, aber zum besseren Erkennen beabsichtigt!
In diesem Modell sollen die unterschiedlichen vertikalen (grün) und horizontalen (gelb) Brennpunkte dargestellt werden. Da diese nicht in einer Ebene - wie (orange) beim aufrechtstehenden Originalhaus - liegen, wird entweder der horizontale oder der vertikale Bildteil scharf abgebildet. Hinzu kommt eine Verzerrung des Bildes (das "runde" Haus wird zur Ellipse).
In der Praxis entsteht eine Mischung der Bilder, der Brennpunkt wird vom Auge irgendwo zwischen die theoretischen Brennpunkte gelegt; das gesamte Bild wird leicht unscharf. Durch das ständige "Scharfstellen" des Auges, also die Brennebenenveränderung wird das Sehen anstrengend.
Die dargestellte Verzerrung ist stark übertrieben; bei Kameras wird sie bei extremen Weitwinkeln (Fisheyes) deutlich sichtbar. Beim Menschen wird die verzerrte Darstellung durch Erfahrung des Gehirns kompensiert, so daß sie nicht bewußt wahrgenommen wird.
Eine Korrektur der Fehlsichtigkeit ist durch die Verwendung von Sehhilfen (Brille, Kontaktlinsen) oder operativ möglich (zum Beispiel LASIK).